Eine meiner Lieblingsdendrobien ist Dendrobium harveyanum. Schwierig zu erhalten und etwas zickig in der Kultivierung. Bei mir im Topf mit Rinde sehr hell und wärmer. Aber es soll auch im kühlen Bereich zu halten sein. Werde nach der Blüte mal neues Substrat versuchen. Als Dünger im Moment Ermerts Gold, nicht preiswert aber jeden Cent wert.
Dendrobium harveyanum
Die Pflanze wurde nach einem irischen Orchideenliebhaber benannt, der sie als erster zum Blühen brachte. Reichenbach beschrieb sie 1883. Sie kommt in auf Baumstämmen und großen Ästen in China (Yunnan), Myanmar, Thailand und Vietnam vor. Die Triebe sind oben keulenförmig verdickt und haben bis zu 9 eiförmige, ledige Blätter. Die Blütenstände erscheinen von Februar bis April an blattlosen Bulben aber auch an geblätterten Bulben aus dem oberen Bulbenende.
Die Blüten duften nach Honig und stehen an einer ca. 15 cm langen Infloreszenz, Anzahl der Blüten bis zu 9. Kategorien
Inzwischen hat sich rausgestellt, dass an die 60 000 Menschen die Ausstellung besucht haben und dass 1005 Registranten an der Konferenz teilgenommen haben. Besonders die vielen Registranten hat es nach Aussage des WOC Trust (Organisation zur Durchführung von Weltorchideenkonferenzen) seit vielen Jahren nicht mehr gegeben. In der Nachbetrachtung gab es für die Organisation des Rednerprogrammes sehr viel Lob. Auch für Ausstellung und Verkauf in der gebotenen Größe waren die Reaktionen überwiegend sehr positiv. Was wir als Organisatoren etwas vernachläßigt haben, das Fotografieren während der Social events und während oder nach den Vorträgen. Aber eventuell gibt es ja noch irgendwo Quellen von denen wir im Moment nichts wissen. Sollte jemand ein Bild von Arthur Chadwick aufgenommen haben, wäre ich dafür sehr dankbar.
Cattleya pygmea
In der Orchideenschau gab es auch Schätze zu beobachten, hier sind jetzt weitere Bilder davon eingestellt.
Am vergangenen Wochenende ging sie zu Ende, die lange erwartete Weltorchideenkonferenz in Dresden. Da ich an der Durchführung des Vortragsprogramms beteiligt war, hatte ich genaue Einblicke in die Abläufe, sodass nach 1,5 Jahren der Planung und Abstimmung ein abwechslungsreiches Vortrgasprogramm zustande kam. An vier Tagen konnten die Registranten immer zwischen drei parallelen Sessionen wählen. Die Vortragssprache war englisch, aber über eine von uns zur Verfügung gestellte APP konnte jeder Teilnehmer seine Landessprache auf seinem Mobiltelefon erhalten. Trotz Krisen in Nahost kamen fast alle VortragsrednerInnen.
Unten der Austellungsstand von Franz Glanz
Dendrobium glomeratum unten
Champion der Schau eine Schomburgkia Cattleya Hybride
Die Ausstellung war riesig mit über 90 Ausstellungsständen. Eine ganze Messehalle war dem Orchideenverkauf vorbehalten. Es war nicht möglich dort einen Überblick zu erhalten.
Ich vermute aber dass auch SpezialistInnen auf ihre Kosten kamen und seltene Stücke ergattern konnten.
Dendrobium speciosum
Dendrobium senile
Die Bewertung der Schaustände und Einzelpflanzen wurde von 180 BewerterInnen durchgeführt und dauerte einen ganzen Tag. Am Samstagabend wurde in der Brauerei Watzke ein würdiges Galadinner veranstaltet, dabei wurden die Besitzer der besten Pflanzen und der besten Schaustände geehrt. Mit über 1000 RegistrantInnen war diese Weltorchideenkonferenz eine der erfolgreichsten der letzten Jahrzehnte.
Roland Schettler mit Bijaya Pant aus Nepal und Kanchit Thammasiri aus Thailand
Das Berwertungsteam Dendrobium
Meine erste Weltorchideenkonferenz habe ich als Teenager in Frankfurt 1975 besucht, dazwischen viele dieser Konferenzen in vielen Ländern besucht, dort ebenfalls als Bewerter und Vortragsredner fungiert, aber so nah wie in Dresden war ich noch nie am Thema Weltorchideenkonferenz beteiligt.
Jetzt ist es endlich soweit nach über 50 Jahren gibt es in Dresden wieder einmal eine deutsche Weltorchideenkonferenz. Sie sollten sich diese Verantstaltung nicht entgehen lassen. Alle Vorträge werden auch synchron übersetzt und es gibt noch Tagesregistrierungen. Natürlich lohnt auch der Besuch von Ausstellung und Verkauf.
Dendrobium wilsonii soll es in den Farben weiß, rosa und gelb geben. Ich habe alle drei Varianten. Allerdings blüht im Moment die gelbe einmal wieder. Die jetzt blühende Pflanze stammt aus einer Nachzucht, die durch die Schwerter Orchideenzucht nachgezogen wurde. Die Pflanzen werden in Töpfchen mit Rinde kultiviert und wachsen eher etwas wärmer. Ich habe sie in der Nähe der Heizung aufgehängt. Leider sind sie sehr empfänglich für Fusarium Infektionen. Aber dass ist ja ein bekanntes Dendrobium-Problem.
Die Pflanze wurde 1906 von Rolfe für Südchina aus Höhen zwischen 1000 bis 1300m beschrieben.
Ursprünglich hatte ich diese Orchidee als Dendrobium ovatum gekauft. Als sie jetzt blühte war es doch eine ganz andere Pflanze. Es ist die oben genannte Pflanze, sie stammt aus Thailand, Myanmar, Laos, Borneo, Sumatra und China. Sie wurde 1830 von Lindley beschrieben. Kultivierung temperiert im Topf mit Orchideengranulat, regelmäßiger Düngung. Leider halten die Blüten nur wenige Tage.
Diese interessante Pflanze habe ich vor drei Jahren bei O&M entdeckt. Sie hat verdickte Bulben an der Basis und danach einen sehr dünne stielartigen Trieb und stielartige Blätter. Ich kultiviere sie in Rindensubstrat sehr hell. Am Ende der Triebe entstehen offenbar über Jahre immer mal wieder Blüten, welche ungefähr eine Woche halten. Bei mir ist es Winter eher kühl, sodass sich die Pflanze immer im Sommer erholen muss.
Die Pflanze ist eine Tieflandart von den Philippinen und Borneo, sie wurde Lindley 1842 beschrieben, der Name deutet auf den grasartigen Trieb hin.
Eine meiner Langzeit Überlebenden Orchideen ist oben genanntes Sarcochilus. Ich habe die Pflanze 1989 in Cairns Australien ausgesucht und via Päckchen nach Kassel schicken lassen. Viele Jahre hat sie nicht geblüht, weil diese Pflanzen sehr viel Licht benötigen. Seit einigen Jahren hängt sie bei mir im GW ganz oben im First.
Topfkultur in grober Pinienrinde, während des Triebwachstum viel Wasser mit regelmäßiger Düngung. Eine kurze Trockenphase fördert das Blütenwachstum.
Viele Coelogynen blühen weiß gelb. Das hier vorgestellte Exemplar hat aber attraktive gelb-grüne Blüten. Meine Pflanze vermehrt sich gut und wird im Topf in Rindensubstrat gepflegt. Während der Wachstumsphase ist Dünger hilfreich. Die Pflanze stammt aus Myanmar, Thailand und Vietnam aus Höhen zwischen 500 bis 1300 m. Sie kann also bei Temperaturen um die 18 Grad kultiviert werden. Nachts und im Winter bei 14 Grad.
Bei meiner leider einzigen Reise zur größten Orchideenschau der Welt, dem Tokyo Dome, war ich fasziniert von den vielen dort ausgestellten Dendrobium moniliforme Pflanzen. Viele davon waren gar nicht in Blüte sondern wurden nur wegen ihrer Wuchsform oder ihren grün-weißen Blättern gezeigt. Es gab sogar Wettbewerbe mit dieser Art, die sich um den jeweiligen offenbar unterschiedlichen Duft drehten. Von damals sind mit der Zeit einige Pflanzen in meiner Sammlung gelandet. Eine davon, aufgebunden auf Korkeiche blüht gerade. Die Pflanzen sind jedenfalls bei mir anfällig für Spinnmilben. Die durch das Fehlen wirksamer Spritzmittel eher schwer zu bekämpfen sind. Trotzdem schaffen es die Pflanzen immer wieder auszutreiben und wie eben jetzt sogar zu blühen. Mit Düngung sollte man etwas vorsichtig sein. Am Besten nur mit der Hälfte der empfohlenen Konzentration.